Teil eines Werkes 
3. Th., 1. Bdchn (1829)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

74

Zu Batcheſerai hatte ein Chef der Koſaken ein Gaſtmal bereiten laſſen, welches ganz im Ge⸗ ſchmacke ſeiner Landsleute war. Auf einer Tafel von 20 Perſonen war an einem Ende ein gebratenes Schwein, an dem andern ein gebratenes Schaf, und in der Mitte eine ungeheure Schuͤſſel voll geronnener Milch aufgeſtellt. Doch ſtanden fuͤr die fremden Gaͤſte mehr als 30 Sorten Weins bereit, welche an den Ufern des Fluſſes Don gewachſen waren. Die an⸗ weſenden Kalmuken hatten das garſtigſte und wildeſte Ausſehen, welches man ſich vorſtellen kann; die Kno⸗ chen ihrer Kinnbacken waren außerordentlich vorſte⸗ hend, und ihre Augen hingen faſt bis zur Naſe herab. Sie hatten eine ſolche Fertigkeit im Bogen⸗ Schießen, daß einer eine Gans in einer Entfernung

von 100 Schritten, ein anderer ein Ei auf so Schritte

durchbohrte. Gegen das Fieber bedienen ſich die Ko⸗ ſaken keines anderen Mittels, als der ſauern Milch. In einiger Entfernung von jedem tatariſchen Hauſe iſt noch ein Gebaͤude zur Beherbergung der Fremden oder Reiſenden, welche mit groͤßter Gaſtfreiheit auf⸗ genommen werden.

Batcheſerai liegt in einem ſo engen Thale unter ſo vorragenden Felſen⸗Stuͤcken, daß man er⸗

druͤckt zu werden faſt ſtets beſorgen koͤnnte. Außer

dem Militaͤr, welches von einem Caimaean, als erſten Miniſter des Cham geleitet wird, zaͤhlte man damals 00o tatariſche Einwohner, welche vorzuͤglich mit