Moſcheen waren andaͤchtige Muſelmaͤnner verſammelt, welche einen Kreis bildend, ihre Haͤupter unter gro⸗ den Seufzern: Allah! d. i. Gott, bald zur Erde neigten, bald wieder erhoben. Dadurch wurden ſie bald ſo taub, daß ſie auf den Boden ſanken. Als⸗ dann wurden dieſe ungluͤcklichen Fanatiker, welche manchmal 40 Stunden weder eſſen, noch trinken, in einen der Winkel der Moſcheen geſchleppt, damit ſie ſich, fuͤr ihre Probe der Andacht zum Propheten, wie⸗ der etwas erholten. Ihre aberglaͤubiſchen Gebaͤrden verſchaffen ihnen die groͤßte Achtung und Verehrung
des Poͤbels. Die Moſcheen hatten von Außen ein
armſeliges, von Innen ein trauriges Ausſehen, ob⸗ gleich viele Laͤmpchen darin brannten. Die Thuͤrme waren ſehr hoch, eng und leicht; ſtatt der Glocken rief Jemand von deren Hoͤhe zum Gebete, was ſehr ſonderbar lautet.—
Der vorzuͤglichſte Handel dieſer Stadt geſchieht mit gelbem, rothem, gruͤnem und blauem Marvquin, welcher ſo ſanft wie Sammet iſt. Die außerordent⸗ lich zahlreichen Heerden von Laͤmmern geben den Stoff um den wohlfeilſten Preis; um recht ſchoͤne Felle zu bekommen, toͤdten ſie die Schafe in der Schwangerſchaft, und nehmen das Lamm heraus. Da man mehrere ſolche Thiere fuͤr ein Unterfutter des Kleides braucht, ſo iſt natuͤrlich, daß ein ſolches Geſchenk der Kaiſerin von jedem Geſandten hoch ge⸗ ſchaͤtzt wird. 4


