Teil eines Werkes 
3. Th., 1. Bdchn (1829)
Entstehung
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VI. Der Fuͤrſt Potemkin hatte ſich als Gou⸗ verneur der Provinz Tauris, und als Kommandant der daſigen Truppen zu viel bleibendes Lob erworben, als daß er nicht auch viele Neider ſich haͤtte zuziehen follen, welche durch boshafte Luͤgen jenes zu entkraͤf⸗ ten ſuchten. Waͤre es ihnen gelungen, ſo haͤtten ſie dieſes Land als das ungeſundeſte geſchildert, deſſen Beſitz ein reiner Verluſt der ruſſiſchen Staats⸗ Kaſſe ſey.

Bei Karasbazar war fuͤr den Empfang der Kaiſerin ein praͤchtiges Haus errichtet, welches der General Kokotchki bewohnte, und auch der Lady Craven zum Quartier anwies. Es liegt am Fluß Karaſu, welcher Name nach der Landes⸗Sprache ſchwarzes Waſſer bedeutet. Er befeuchtet die vor dem Hauſe liegende Wieſe, und ſchlaͤngelt ſich um die

Stadt. Sein Bett iſt eng, ſein Waſſer hell, und lauft ſehr ſchnell; daher iſt dieſer Landſitz bezaubernd

und ganz geeignet, der Kaiſerin eine vortheilhafte Idee von ihrem neuen Lande beizubringen. Die an⸗ ſtoßenden Kaſernen ſind ſehr dauerhaft gebaut, und

außerſt reinlich. Die Frau des Kadi hatte eine Art

von Turban auf dem Haupte, welcher mit Diaman⸗ ten und geringen Perlen beſetzt war; ihre Naͤgel wa⸗ ren mit rother Farbe, ihr Geſicht mit weißer und ro⸗ ther, ihre Adern mit blauer beſtrichen. Das Haus

eines Tataren iſt leicht und einſtöckig, hat weder

Seſſel, noch Tiſche, noch andere Meubles. In den