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von Niedrigkeit verbinden, ſo ſind ſie deßhalb nicht weniger maͤchtig. Waͤhrend des Winters ſind ſie in den Thaͤlern, welche ihre Horden einſchließen; ſie empfangen dort, jeder in ſeinem Aoul(dem Be⸗ zirke einer Horde, welcher von den Vaſallen eines Adelichen bewohnt wird), die Abgaben in allerlei Vieh und Lebensmitteln, und wenn die Saatzeit au⸗ kommt, begeben ſie ſich mit ihren Vaſallen auf die Ebenen, waͤhlen das Land zum Ackerbaue, und thei⸗ len dasſelbe aus. In der Krimm ſind zwar Frohn⸗ dienſte eingefuͤhrt, unbekannt aber in der nogaiſchen Tartarei. Die nogaiſchen Tartaren bezahlen bloß den Zehent an den Statthalter der Provinz. Die Sultane, gewoͤhnlich Statthalter, fuͤhren den Ditel Seraskier, und herrſchen als Vize⸗Koͤnige.
Die wichtigſte Wuͤrde im Reiche iſt jene des Kalga, welche der Khan immer demjenigen Prinzen ſeines Hauſes ertheilt, welchem er das meiſte Ver⸗ trauen ſchenkt. Seine Reſidenz iſt zu Achmet⸗ Schid, einer Stadt, welche 8 Meilen von Bacht⸗ ſchieſarei entfernt iſt. Er hat hier das Anſehen eines Souverains; ſeine Befehle werden von ſeinen Miniſtern vollzogen; ſeine Herrſchaft erſtreckt ſich bis nach Kaffa. Bei dem Tode des Herrſchers verwal⸗ tet der Kalga die Regierungs⸗Geſchaͤfte bis zur An⸗ kunft eines neuen. Er ordnet als Ober⸗Befehlshaber die tartariſchen Armeen, wenn der Khan nicht ſelbſt in das Feld zieht, und iſt, wie die Mirzas, der


