17 Schirin beſitzt der aͤlteſte nach dem Bey in dieſer Familie.
Es gibt in der Krimm und in Beſſarabien adeliche Lehen, landesherrliche Domainen und buͤrger⸗ liche Laͤndereien. Erſtere ſind voͤllig erblich, fallen nie wieder an die Krone zuruͤck, und zahlen auch keine Steuern. Mit den herrſchaftlichen Domainen ſind gewiſſe Abgaben verknuͤpft, aus welchen die davon fal⸗ lenden Einkuͤnfte beſtehen. Die uͤbrigen Laͤndereien ſind von dem Landesherrn an diejenigen vertheilt, welche er damit beguͤnſtigen will. In Anſehung aller adelichen Guͤter iſt das Ruͤckfalls⸗Recht eingefuͤhrt, ſobald Erben im ſiebenten Grade fehlen. Jeder Mirza hat in ſeinem ganzen Lehen dasſelbe Recht auf die Laͤndereien der Buͤrgerlichen. Auf die naͤmliche Art wird auch die jaͤhrliche Abgabe eingehoben, welcher alle Chriſten und Juden unterworfen ſind. Vermit⸗ telſt des letzten Rechtes erlangen die Eigenthuͤmer ade⸗ licher Guͤter in der Tartarei eine ſehr große Gewalt. Nur durch die Verſammlung der Staͤnde koͤnnen die Mirza, welche Lehen beſitzen, zum Kriegsdienſte ver⸗ pflichtet werden.
Dieſe Beſchraͤnkung des Laͤnder⸗Eigenthums iſt in der nogaiſchen Tartarei unbekannt. Dieſes Hirtenvolk kennt keine andere Graͤnze, als die, durch welche eine Horde von der andern abgeſondert iſt. Obgleich die nogaiſchen Mirzas mit ibren Unterthanen in Gemein⸗ heit leben, und ſelbſt mit dem Ackerbaue den Begriff
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