Teil eines Werkes 
3. Th., 1. Bdchn (1829)
Entstehung
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oͤber dem Urſprunge der ſandigen Spitze liegt, bei welcher wir auch uͤber denſelben ſetzten. Drei Stun⸗ den brachten wir mit dieſer traurigen Ueberfahrt zu, waͤhrend welcher uns bloß die Spruͤnge einiger Del⸗ vine beluſtigten. Endlich langten wir zu Kilburnu, dem gerade gegenuͤber liegenden Schloſſe an.

Unſer Weg naͤherte uns dem ſchwarzen Meere, und das Geraͤuſch der Wogen intereſſirte jetzt noch immer mehr, als die großen einfachen Ebenen. Die Tartaren brennen den getrockneten Miſt ihrer Heer⸗ den, welchen ſie mit einer ſandigen Erde miſchen. Obgleich ſie groͤßtentheils von Hirſe und Milch leben⸗ ſo ſind ſie doch im Stande, ſo viel Fleiſch zu eſſen, daß ein nogaiſcher Tartar ſicher einen ganzen Schoͤp⸗ ſen verzehren kann, ohne bei ſich eine Unverdaulich⸗ keit zu veranlaſſen. Aber wegen ihrer Eigennuͤtzigkeit verzehren ſie deßhalb nur dasjenige Vieh, welches ſtirbt, wenn ſie noch zeitig genug dazu kommen, das Blut fluͤſſig zu finden. Die Tartaren folgen in dieſem Punkte auch den mahomedaniſchen Geſetzen bei kran⸗ ken Thieren; ſie beobachten genau ihre Krankheit, und ſchlachten ſie nicht eher, als einen Augenblick vorher, ehe ſie eines natuͤrlichen Todes. ſterben, weil ſie ſonſt noch immer den Verkaufspreis einzubuͤßen befuͤrchten. Ihre Heerden, Getreide, ſchlechtes Leder und eine Menge Haſenbaͤlge ſind Ausfuhr⸗Artikel, wofuͤr ſie ein anſehnliches Geld bekommen, welches ſie, weil ſie keinen Gebrauch davon zu machen wiſſen, ver⸗