366 ſparſam angebracht, und wieder an einem Orte als Strebegfeiler verſchwendet. Wenn man ferner mit dem Auge den Bogen der Kuppel von Außen mißt, ſo wird man finden, daß das flache, ſie bedeckende
Gewoͤlbe, nur dem Scheine nach eine Kuͤhnheit der
Bauart iſt, daß ſich dieſes vielmehr, unabhaͤngig vom ganzen Gebaͤude, gar nicht darauf ſtutzt, ſondern an den Bogen befeſtigt iſt, welche daruͤber hingehen. Auch die innere Verzierung macht dem Geſchmacke des Jahr⸗ hunderts, in welchem Konſta ntin lebte, keine Ehre. Eine Menge Saͤulen iſt ohne Verhaͤltniß vertheilt, bei welchem das Ebenmaaß zwiſchen der Hoͤhe, dem Po⸗ ſtamente und den Kapitaͤlern voͤllig fehlt; keine Ord⸗ nung iſt beim Gebaͤlke, keine Regeln und kein Ge⸗ ſchmack im Profil. Der Reichthum und der Aufwand der Materialien bringt einem die Vermuthung bei, hier die Ueberreſte jener praͤchtigen Truͤmmer zu er⸗ blicken, welche man zu Delphos und Delos nicht mehr trifft. Von der Schoͤnheit der moſaiſchen Arbeit, welche ſie ſonſt auszeichnete, kann man nicht viel reden. Ich entdeckte noch Ueberbleibſel von den Fluͤgeln der vier Cherubime, welche vormals oberhalb an den vier Saͤulen beſindlich waren. Der Eigenfinn der Tuͤrken, dieſe Kuppel mit Kalkwaſſer zu beſtreichen, vernichtete dieſe Reſte moſaiſcher Arbeit. Auch faͤhrt man noch jetzt fort, Stuͤcke davon auszureißen, welche die Neugierde aufkauft, die eben ſo viel Tadel verdient, als die Barbarei und die Unwiſſenheit, welche


