364 Verkauf ein Einkommen des Schatzes iſt, ſo iſt er an den Charab Emini(Ober⸗Aufſeher uͤber den Wein) verpachtet. Bei großen Feierlichkeiten verbietet man den Beſuch der Weinhaͤuſer, um die nachtheiligen Folgen dieſer Ausſchweifungen zu verhuͤten. Beſon⸗ ders iſt dieß der Fall in den drei Tagen des Bairam. Der Ramazan, welcher dieſem Feſte vorher geht, iſt der Monat, welcher das Geſetz zum Faſten beſtimmt hat, und da man ſich nach dem Monde richtet, kommt er jaͤhrlich um 14 Tage fruͤher. Die arbe itende Klaſſe fuͤhlt dieſen Druck am meiſten, ſie muß den ganzen Tag arbeiten, ohne einmal ihren Durſt mit einem Trunk Waſſer ſtillen zu duͤrfen. Abends genießt ſie nur eine ſparſame Mahlzeit, und waͤhrend der Nacht wird ihr Schlaf durch Gebet und die Nothwendigkeit, vor Tages Anbruche noch eine Mahlzeit zu thun, un⸗ terbrochen. Die Reichen verſchlafen heuchleriſch dieſe Faſten, und ergoͤtzen bei dem Erwachen ihre Sinnlich⸗ I
keit durch Muſik und praͤchtige Mahlzeiten. Der Ramazaun beginnt mit dem Neumonde.— Nach dem erſten Bairam folgt s Wochen ſpaͤter der Kurban Bairam(Feſt des Opfers), wo der Sul⸗ tan, alle Großen und auch Privat⸗Perſonen Hammel ſchlachten. Man faͤrbt ihre Wolle, vergoldet die Hoͤr⸗ ner derſelben, und berechnet, daß dieſes Opfer gerade um die naͤmliche Zeit, wie zu Mekka, gebracht werde. Waͤhrend des Bairam iſt auch die ſtaͤrkſte Konſum⸗ tion und der meiſte Aufwand. Jeder Menſch erhaͤlt,


