Teil eines Werkes 
2. Th., 3. Bdchn (1829)
Entstehung
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Sie empfangen noch uͤberdieß Stockſchlaͤge, wenn ſie ſich nicht auf eine gute Art abfinden.

Bei aller Barbarei verfaͤhrt die Regierung nach⸗ ſichtsvoll gegen die Turteltauben. Ganze Wolken der⸗ ſelben ziehen unaufhoͤrlich uͤber den Kanal, und fallen auf die unbedeckten Getreidſchiffe, gegen welche die Regierung das bedruͤckendſte Monopol ausuͤbt, ohne daß jemand ſie ſtoͤrt. Selbſt gegen die unreinen Hunde ſind die Tuͤrken mitleidig.

In Anſehung des Fleiſcheſſens haben die Tuͤrken, wie die Juden, beſondere Geſetze; alles Fleiſch muß ſorgfaͤltig vom Blute gereinigt, und gewaſchen wer⸗ denr Leber und Lunge zu eſſen, iſt ihnen voͤllig un⸗ terſagt: Deßhalb gibt es beſondere Dgiherdgis(Le⸗ ber⸗Verkaͤufer), welche ihre Waare auf den Ruͤcken tragen, um dieſelbe bei den Chriſten abzuſetzen.

Die Verfolgungen in der Tuͤrkei ſind ſo gemein, daß man vermittelſt gewiſſer Formeln in Verbindung tritt, einander nicht zu ſchaden. Ein Tuͤrke, der in Pera meine Bekanntſchaft zu machen wuͤnſchte, be⸗ fahl auf der Haͤlfte der Treppe, wohin ich ihn beglei⸗ tete, mit Lebhaftigkeit Brod und Salz. Er warf ei⸗ non geheimnißvollen Blick auf das Brod, legte ein wenig Salz auf ein abgebrochenes Stuͤckchen, ver⸗ zehrte es mit einer andaͤchtigen Miene, und verſicherte mir bei dem Weggehen, daß ich mich auf ihn verlaſſen koͤhnte. Wenn gleich dieſe Gattung des Eides nicht immer gehalten wird, ſo bezaͤhmt ſie doch wenigſtens⸗