Teil eines Werkes 
2. Th., 3. Bdchn (1829)
Entstehung
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Chriſten mit einem Stockſchlag getoͤdtet hatte, ließ der Richter den Stab zu ſich bringen, unterſuchte forgfaͤltig das Holz, und faͤllte das Urtheil, es ſey ſo leicht, daß ohne Willen der Vorſicht kein Menſch da⸗ mit haͤtte getoͤdtet werden koͤnnen.

Jeder Stadt⸗Bezirk hat ſeine Mekeme(Ge⸗ richtshof), worin der Kadi mit ſeinem Naib(Ge⸗ richtsſchreiber) ſich zu allen Tags⸗Zeiten befindet, um eine Gerechtigkeit zu verwalten, deren Ausſpruͤche deßhalb ſo ſchnell ertheilt werden, weil die Bezahlung auf der Stelle erfolgen muß. Die Ausſpruͤche des Stambul⸗Effendiſſi in allem, was die Verſor⸗ gung der Stadt mit Lebensmitteln betrifft, haben blos den praͤchtigen Schein der Uneigennuͤtzigkeit. Er macht die Taxe der Lebensmittel, und wacht durch ſeinen Untergeordneten(Murtaſib) uͤber die Gewichte und das Maaß. Vor dem Murtaſib gehen vier Janitſcha⸗ ren in ihren Zeremonien⸗Kleidern. Ein Fußgaͤnger traͤgt die Wage, ein anderer hat ein Gewicht, ein dritter einen Hammer; der Reſt des Gefolges traͤgt Knittel und andere Werkzeuge zur Beſtrafung der Schul⸗ digen. Der ſchuldige Baͤcker wird mit dem Ohre an ſeinen Laden angenagelt, oder bei uͤbler Laune des Richters wohl gar gehaͤngt. Dieſes geſchieht aber nicht dem Herrn, ſondern ſeinem Geſellen, welcher das Brod zu leicht gebacken hat. Gegen kleine Kraͤ⸗ mer und Hauſirer aber iſt er unerbittlicher, ihre Wa⸗ gen und Gewichte werden auf der Stelle zerſchlagen⸗

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