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ter. Alle handeln gleich ſo despotiſch, daß jeder Unter⸗ Bediente doppelt ſo viel einnimmt, als er zu liefern hat. Die Paſcha kennen kein anderes Geſetz, als ihre Habſucht. Der reiche Mann iſt vor ſeinem Richter⸗ ſtuhle nie unſchuldig. Der Großherr ſieht ſo lange ganz ruhig zu, bis es ſich der Muͤhe lohnt, den Unter⸗ druͤcker erſt dann zu beſtrafen, um ſeinem Raube eine Stelle in dem kaiſerlichen Schatze anzuweiſen. Die Geſetz⸗Verſtaͤndigen ausgenommen, ſind alle uͤbrigen Einwohner den Erpreſſungen ausgeſetzt.
Vorzuͤglich verdient die Auslegung des Geſetzbu⸗ ches in den Gerichtshoͤfen betrachtet zu werden. Das erſte Geſetz des Propheten iſt, daß nach Ausſage der Zeugen gerichtet werden ſoll. Ohne dieſelben kann weder Beklagter, noch Klaͤger vor Gericht erſcheinen. Der Richter muß durch verfaͤngliche Fragen ausmit⸗ teln, welche von beiden Parteien das Recht erhalten ſoll, ihre Ausſage zu bekraͤftigen, und dieſe Zuerkennung des Beweiſes ſchlichtet den ganzen Prozeß. Der Rich⸗ ter, welcher eine Sache gewinnen laͤßt, erhaͤlt immer zehn Prozent; wer den Prozeß gewinnt, bezahlt im⸗ mer die Koſten. Die Richter muͤſſen, ihres Nutzens
wegen, gegen falſche Zeugen, und df Anſtifter der⸗
ſelben nachſichtsvoll ſeyn. Falſche Zeugen werden auf einem Eſel mit dem Geſichte nach dem Schwanze ge⸗ kehrt, durch die Straßen gefuͤhrt.
In ſeiner Sache darf ein jeder ſelbſt auftreten, wiewohl dieſer Vortheil bei der Willkuͤhr der Rlahter


