Teil eines Werkes 
2. Th., 3. Bdchn (1829)
Entstehung
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als eine neue Schwangerſchaft bekannt gemacht wurde, wovon die Geburt des Sultan Selim die Folge war. Die ſechs Monate alte Prinzeſſin, Ebud⸗Oullah, die Veranlaſſung zu genannten Freude⸗Bezeugun⸗ gen, wurde an einen Paſcha vermaͤhlt, der in ſeiner Statthalterſchaft bleiben, und jaͤhrlich ſeiner jungen Gemahlin 100,000 Piaſter ſchicken mußte. Selbſt ver⸗ heirathete Paſcha's muͤſſen in einem folchen Falle, wenn ſie mit einer Prinzeſfin verehelicht werden, ihre erſte Frau verſtoßen.

Die Macht des Sultan bedient ſich, zur Erwer⸗ bung der Schaͤtze reicher Beamten und Civil⸗Perſonen, oft der gehaͤſſigſten und grauſamſten Mittel. Alles ſoll dem Großherrn und dem Geſetze gehorchen, deſſen Ausleger die Ulemas ſind. Wenn auch dieſe die Ge⸗ walt haben, den Koran nach ihrer Phantaſie auszule⸗ gen, und das Volk gegen den Kaiſer in Bewegung zu bringen, ſo hat er doch die Gewalt, den Mufti ohne alle Umſtaͤnde abzuſetzen, zu verweiſen, und ihn mit allen ſeinen Anhaͤngern in das Verderben zu ſtuͤr⸗ zen. Wir wollen jetzt betrachten, wie weit ſich die Macht beider erſtreckt.

Alle Offiziere, welche den Großherrn vorſtellen, ſind ſo uneingeſchraͤnkt, wie er. Die Paſcha's ſind durch das ganz osmanniſche Reich zugleich Statthalter und Finanzyaͤchter ihrer Paſchaliks. Ueber jeden Be⸗ zirk ſetzen ſie wieder Statthalter und Paͤchter ein, und dieſe wieder uͤber jeden kleinen Strich Afterpaͤch⸗