354 Muͤhe einen Platz finden konnte. Neben der Moſchee werden gewoͤhnlich oͤffentliche Schulen errichtet, wo⸗ hin die Kinder aus dem benachbarten Stadt⸗Bezirke, gewoͤhnlich zum Herſagen der Gebete ſich begeben. Verſchiedene reiche Leute laſſen auch Springbrunnen und Namas⸗Giak(Plaͤtze zur Verrichtung des Ge⸗ betes) erbauen, um den andaͤchtigen Muſelmaͤnnern die Lage von Mekka anzuzeigen; vorzuͤglich findet ſich auf dem Lande dieſe Verſchwendung im hoͤchſten Grade. Man erhaͤlt dafuͤr eine große Menge Ablaß, und die Tuͤrken, welche ihn erhalten, finden taͤglich Gelegenheit, ihn wieder zu verkaufen. Durch dieſen Aberglauben gelangten dieſe kleinen Stiftungen zu ei⸗ ner bedeutenden Groͤße.
Der Anblick einer Sklavin veranlaßt mich, von der in ganz Aſien herrſchenden Gewohnheit zu reden, die Augenlieder zu faͤrben. Man bedient ſich eines ſo außerordentlich feinen Pulvers, daß es ſich gleich ſam in feinen Faſern, um einen meſſingen Draht anhaͤngt, welcher durch den Stoͤpſel des Glaſes dringt, in wel⸗ chem es ſich befindet. Man ſetzt die Spitze des meſ⸗ ſingen Drahtes in den innern Augenwinkel feſt, druͤckt hierauf die beiden Augenlieder zuſammen, und zieht den Draht ſanft gegen die Schlaͤfe, wodurch auf den Augenliedern ein Paar ſchwarze Striche entſtehen, ſelbſt ſchoͤne Augen, ein ſtarres, auffallendes Anſehen erhalten, welches die Tuͤrken als zaͤrtlichen Anſtand betrachten. Selbſt Greiſe haben noch dieſe Ziererei,


