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Tuͤrken nennen ſie Minarets, weil ſie das Anſehen der zugeſpitzten Thuͤrme ihrer Moſcheen haben, ihre Anzahl belauft ſich uͤber 20,000.
Von Cogny reiſte ich den 28. uͤber Adama nach Tharſus. Hiey verfuͤgte ich mich zu dem Kadi, zeigte meinen Firman, und trat als Arzt in ſeine Dienſte. Als ich die Ruinen der Stadt Nembrot beſuchen wollte, wurde es mir vom Kadi abgeſchla⸗ gen, weil die Tuͤrken unter den Ruinen Schaͤtze, welche von boͤſen Geiſtern bewacht wuͤrden, verborgen glauben.
Von Tharſus langte ich den 15. Januar 1716 in Aleppo, einer durch den Handel mer verſchiede⸗ nen levantiſchen Waaren beruͤhmten Stadt, an. Die Stadt Aleppo iſt das alte Beroea in Syrien. Spaͤter ſoll ſie Kaleb geheißen, und in der Folge den Namen Aleppo erhalten haben. Waͤhrend mei⸗ ner Anweſenheit hatte der franzöſiſche Konſul Audienz bei dem Baſſa. Vor dem Zuge ging ein Buluc Baſſi, ein Gerichtsdiener, um das Volk aus dem Wege zu treiben; ihm folgte ein Diener mit einem s Fuß langen ſchwarzen Stabe, welcher in eine ſil⸗ berne Lilie ſich endet. Dann kamen 4 Janitſcharen in praͤchtigen Kleidern und mit Muͤtzen, mit 4 Ver⸗ ſchnittenen in gleicher Kleidung. Vor dem Konſul, welcher tuͤrkiſch gekleidet, jedoch ſeinen Hut und ſeine Peruque behielt, gingen ſeine 4 Dolmetſcher(Dra⸗ gomans); ihn begleiteten 2 Deputirte der Nation.


