Teil eines Werkes 
2. Th., 3. Bdchn (1829)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

270

Die Tuͤrken, Feinde des Alterthums und der ſchoͤnen Wiſſenſchaften zerſtoͤren alles in dieſem Lande. Von dem ehemals beruͤhmten Dianen ⸗Tempel und dem Grabmale des Mauſolus, ſind nicht ein⸗ mal Spuren vorhanden; Troja iſt in ein Kornfeld verwandelt, Sardes, Laodicea, Milet, Per⸗ gamus ſind mit den Leichenſteinen ihrer ehemaligen Groͤße bedeckt. Das herrliche Spheſus iſt ein unbe⸗ deutendes Staͤdtchen, nur Smyrna verdankt noch einiges Anſehen ſeiner zum Handel bequemen Lage. Außerdem findet man von den Dardanellen bis zum Euphrat und den Kuͤſten Phoͤniziens, alte eingefallene Schloͤſſer und Staͤdte. Das uͤbrige Land iſt ſchlecht bewohnt. Das Vaterland eines H omer, eines Herodot iſt jetzt der Sitz grober unwiſſenheit, der Traͤgheit und ſchlechten Kultur. Unterdeſſen bluͤ⸗ het noch ziemlich der Handel an den See⸗Kuͤſten, und Natolien verſendet noch in andere Laͤnder Wolle,

Tapeten, Buͤffelhaͤute, Saffian, Wachs, Leinwand,

ſeidene Stoffe und Arzueien. Die Tuͤrken theilen Aſien in 4 Haupt⸗Provinzen,

in Natolien, Amaſien, Anadulien und Ka⸗ ramanien. Natolien begreift nebſt den Laͤndern laͤngs des Archipels vom thraziſchen Bosphorus bis nach Epheſus, das ehemalige Bithynien, beide Phrygien, Aeolien und Jconien. Ama⸗ ſien, an das ſchwarze Meer graͤnzend, umfaßt die Koͤnigreiche Pontus und Kappadozien. 3u