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der Stadt kommt, deſto groͤßer iſt der Zauber des Au⸗ ges fuͤr das Gemuͤth.
Konſtantin der Große erbaute im Jahre 330 die Stadt Byzauz, welche die dankbare Nachwelt nach ihrem Stifter Konſtantinopel nannte. Sie blieb der Sitz des oſt⸗roͤmiſchen Reiches, bis zum Jahre 143s, und ſeit dieſer Zeit bis auf unſere Tage ſeeht ſie unter dem tuͤrkiſchen Scepter. So ſchoͤn ihr Aeußeres iſt, ſo abſchreckend iſt das Innere: denn auch die ſchoͤnſten Denkmaͤler der grauen Vorzeit ſind durch die Tuͤrken verunſtaltet, oder wenigſtens zum Theile zerſtoͤret, wenn ſich auch noch einige Spuren erhalten haben. Die meiſten Straßen ſind enge und unreinlich; die meiſten Haͤuſer niedrig aus Lehm oder Holz. Die Luft wuͤrde ſehr geſund ſeyn, und die faſt jaͤhrlich wiederkehrende Peſt verſchwinden, ſobald die Tuͤrken mehr Reinlichkeit ſich angewoͤhnen, und mehrere Anſtalten gegen jenes Uebel treffen wuͤrden.
Die Stadt hat ohne die Vorſtaͤdte 2 ½ deutſche Meilen im Umfange; mit den Vorſtaͤdten 12 Meilen. Die Zahl der Einwohner wird jetzt auf eine halbe Million, jene der Haͤuſer auf 88,000 gerechnet. Die Stadt bildet faſt ein Dreieck mit gebogenen Seiten und ſtumpfen Winkeln an der Spitze. Dieſe Spitze beruͤhrt den Kanal; die Nordſeite den Hafen, die Suͤdſeite das Meer von Marmorg. Die Grundlage des Dreiecks haͤngt mit dem feſten Lande zuſammen, und erſtreckt ſich von dem Hafen gegen Suͤd bis an das Marmor⸗Meer. An der Suͤd⸗Weſtſeite befindet ſich das ſogenannte Schloß der 7 Thuͤrme. Obſchon die Stadr durch eine ſteinerne Mauer, welche auf der Landſeite mit einem breiten ausgemauerten Gra⸗ ben verſehen, und mit 648 Wach⸗Thuͤrmen ein⸗ geſchloſſen iſt; obſchon ſie durch zahlreiche Kanonen und ſtark beſetzte Batterien geſchuͤtzt iſt; ſo hat doch die neuere Kriegskunſt zu große Fortſchritte gemacht⸗


