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aus Scham die Stadt Cumar verlaſſen, um hier zu gebaͤren. Ihr Kind verlor in der Folge das Geſicht, und wurde Homer, d. i. der Blinde, genannt. Seine Mutter heirathete nachher den Phanias, den Lehrer einer Muſik⸗Schule. Ein Frauenzimmer von Verſtand hat noch jeder Zeit einen Mann bekommen. Smyr⸗ na iſt ſtolz auf dieſen Dichter; man ließ ihm nicht allein eine Bildſaͤule, ſondern ſogar einen Tempel errichten, und Muͤnzen auf ihn praͤgen.
Den 25. Jaͤnner brachen wir auf, um nach Ephe⸗ ſus zu reiſen. Dieſer Ort liegt in einem großen Be⸗ cken, auf allen Seiten von Bergen oder vom Meere umgeben. Der Caſtrus ſchlaͤngelt ſich durch die Ebene. Der Anblick iſt erbaͤrmlich, wie jetzt Ephe⸗ (us, jene einſt ſo beruͤhmte Stadt, nichts als ein elen⸗ des Dorf iſt, wo etliche arme Griechen unter den alten Truͤmmern aus Marmor, und an einer Waſſer⸗ jeitung wohnen, die ebenfalls aus Marmor iſt. Die Ueberbleibſel einer Citadelle, und ein Thor von gu⸗ tem Geſchmacke, wie viele andere Ruinen, geben Zeug⸗ niß von der ehemaligen Pracht, die hier zugegen war. Aber Epheſus iſt ſo oft zerſtoͤrt worden, daß es nicht mehr zu erkennen iſt. Nur die Geſchichte ſagt uns noch, daß hier einſt der beruͤhmte Dianen⸗Tem⸗ pel, ein Wunder der Welt geſtanden hat. Nachdem ihn jener Thor, Heroſtrgt, an dem Tage der Ge⸗ burt Alexanders, angezuͤndet hatte, machte dieſer große Held den Eheſern den Vorſchlag, daß er ihn wieder wolle aufbauen laſſen, wenn man nur ſeinen Namen an den Gipfel deſſelben ſetzen wollte. Sie ga⸗ ben ihm aber die gar hoͤfliche Antwort: daß es nicht ſchick⸗ lich ſey, wenn ein Gott andern Goͤttern Tempel baue⸗ te.— Um die Ruinen dieſes Tempels ſind die Truͤm⸗ mner von verſchiedenen Haͤuſern, in denen vielleicht die Brieſter der Diana wohnten, welche oͤfters aus gro⸗ ber Entfernung kamen, um dieſer Wuͤrde theilhaftig
Zaſtes B. Türkei. II. 2. 3


