Teil eines Werkes 
2. Th., 2. Bdchn (1829)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

236

Den 2. November reiſten wir von Angora nach Pruſa ab. Wir kamen uͤber ſchoͤnes, angebautes Land, nach Souſous und der kleinen Stadt Beibazar, bei welcher die Ziegen Zucht immer noch gleich der von An⸗ gora getrieben wird, obwohl das Land ſo duͤrr und na⸗ ckend iſt, daß die Ziegen nichts, als die Stengel der Kraͤuter ſinden. Vielleicht daß dieſes viel zur Schoͤn⸗ heit ihrer Wolle beytraͤgt. Die Hirten kaͤmmen ſie ſehr oft und baden ſie in den Fluͤſfen.

Kaha, Caragamous, Mounptalat, Eskiſ⸗ ſar, Boutdoue, Aeſou und der Berg Olymp, waren die Gegenſtaͤnde, die wir bei Pruſa antrafen. Man kann von dieſer Stadt, wegen der hohen Waͤl⸗ der, nur einen Theil ſehen. Der ſchoͤnſte Ort iſt der⸗ jenige, wo das Serail ſteht. Pruſa iſt die Haupt⸗ ſtadt in dem alten Bithynien, und die groͤßte, praͤchtigſte Stadt in Aſien. Bewundernswuͤrdig iſt hier das Gruͤn des Olymps. Die Moſcheen ſind ſehr ſchoͤn; die meiſten ſind mit Blei gedeckt und ha⸗ ben Kuppeln; ſo auch die Gaſthoͤfe. In dem Hofe der koͤniglichen Moſchee ſind die Grabmaͤler einiger Sul⸗ tane. Das neue Serail liegt auf einem ſteilen Huͤgel. Die Seiden⸗Arbeiter ſind zu Pruſa vorzuͤglich ge⸗ ſchickt und beruͤhmt. Alle Feichnungen zu Tapeten ꝛc. die ihnen aus Italien und Frankreich geſchickt werden, ahmen ſie bewunderungswuͤrdig nach. Auſſerdem iſt die Stadt angenehm, wohl gepflaſtert und reinlich. Man trinkt guten Wein und ißt gutes Fleiſch. Auſ⸗