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die Prieſter vorgeben, daß eine ſchlecht bezahlte Meſſe keine ſonderliche Kraft habe.
Man ſieht aus den Kirchenſchaͤtzen, daß die Arme⸗ nier viel mehr Geld haben, als die Griechen. Dieſe haben kaum Kerzen, um Meſſe zu leſen; bei den Ar⸗ meniern aber findet man die ſchoͤnſten Beleuchtungen. Auch ihre Geſaͤnge ſind viel angenehmer. 4
Fuͤr die Ehe haben ſie beſondere Geſetze. Sn Wittwer darf keine Jungfrau heirathen; die dritte Ehe iſt bei ihnen gar nicht erlaubt. Dieſes wuͤrde bei ihnen Hurerei heißen. So darf auch eine Wittwe keinen Junggeſellen heirathen. Die Ehen werden nach dem Willen der Muͤtter geſchloſſen; der Junggeſelle ſieht nicht einmal das Weiße der Augen von ſeiner Braut. Beide nicken mit dem Kopfe, wenn ſie der Prieſter ge⸗ fragt hat, ob ſie ſich ehlichen wollen. Sie wechſeln dann die Ringe, und begeben ſich wieder nach Hauſe. Der Mann legt ſich zuerſt in das Bett, nachdem ihm die Braut Schuhe und Struͤmpfe ausgezogen hat. Dieſe loͤſcht dann das Licht aus, und nimmt den Schlei⸗ er nicht eher weg, bis ſie ſich zu Bette legt. Die⸗ ſes ſetzen ſie ihre ganze Lebenszeit fort, weßwegen man ſagt, daß es Armenier gibt, die ihre Frauen gar nicht kennen.— Oft bereden ſich die Muͤtter ſchon waͤhrend ihrer Schwangerſchaft, daß ſie ihre Kinder mit einan⸗ der verheirathen wollen.— Das Hochzeit⸗Feſt dauert drei Tage. Die Frauen legen ihre Schleier ab, ſcher⸗


