Teil eines Werkes 
2. Th., 2. Bdchn (1829)
Entstehung
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den Zuſtand der armen Familien, die in Gefahr ſtehen, entweder verkauft zu werden, oder ihre Religion zu aͤndern, wenn ſie ihre Kopfſteuer nicht bezahlen koͤn⸗ nen. Dieſer Patriarch iſt eben ſo einfach gekleidet, als die andern Prieſter. Er lebt ſehr ſparſam und haͤlt nur einige wenige Diener. Doch iſt er einer der maͤch⸗ tigſten Praͤlaten auf der Welt, in Anſehung der Macht, die er uͤber die Herzen ſeiner Glaͤubigen hat, welche zittern, wenn er von ferne mit dem Banne droht. Die Prieſter der Armenier duͤrfen ſich verehlichen, aber nur einmal. Alle treiben ein gewiſſes Handwerk, um ſich ihren Lebensunterhalt zu verſchaffen, und ihre Fa⸗ milie zu ernaͤhren. Um ſich deſto reiner dem Altare zu naͤhern, ſind ſie verbunden, die Nacht vor dem Tage, an welchem ſie Meſſe zu leſen haben, in der Kirche zu ſchlafen.

Eine Sekte der Armenier glaubt, daß der Inbe⸗ griff aller Sugenden im Faſten beſtehe. Sie faſten

in der Woche zwei Tage, und eſſen weder Fiſche noch

Eier, noch Oel oder Milchſpeiſen. Die Faſten unſerer Moͤnche ſind dagegen Tage des Wohllebens. Der Ge⸗ brauch der Schnecken, des Oels und des Weines, iſt ihnen verboten, auſſer am Abende vor Oſtern. Sie glauben, daß ihnen leichter ein Mord, als ein Bruch dieſer Faſten vergeben werden koͤnne.

Die Armenier halten die Communion ſelten auf dem Lande, weil das Volk oͤfters nicht das Ver⸗ moͤgen hat, daß es eine Meſſe bezahlen kann, und weil

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