Teil eines Werkes 
2. Th., 2. Bdchn (1829)
Entstehung
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V. Die Armenier⸗ ſind die beſten Leute von der Welt, rechtſchaffen, boͤflich, vernuͤnftig und fromm.

Auf die Waffen verſtehen ſie ſich gar nicht; denn ſie

geben ſich blos mit ihrer Handlung ab. Dieſe fuͤhrt ſie in die groͤßten Staͤdte von Europa. Sie reiſen aus dem Innerſten von Perſien bis nach L.ivorno; ſie reiſen in das Reich des Mogols, nach Siam, Java, nach dem ganzen Orient, nur nach China nicht. Der Mittelpunkt ihres Handels iſt Julfa, die beruͤhmte Vorſtadt von Hispahan, der Haupt⸗ und Reſidenz⸗Stadt Perſiens.

Die Armenier ſind, ſie moͤgen ihre eigenen Ange⸗ legenheiten, oder jene der Kaufleute zu Jul fa beſor⸗ gen, auf ihren Reiſen unermuͤdet, und achten auch die ſchlimmſte Wirterung nicht. Wir haben verſchiedene derſelben, die noch dazu reiche Leute waren, zu Fuß in große Fluͤſſe gehen ſehen, wo ihnen das Waſſer bis an den Hals reichte, um den Pferden, die gefallen wa⸗ ren, wieder aufzuhelfen, und ihre oder ihrer Freunde Seiden⸗Ballen zu retten. Denn die tuͤrkiſchen Fuhrleute bekuͤmmern ſich um gar nichts. Wenn es durch Fluͤſſe geht, ſo fuͤhren die Armenier ihre Pferde, und nichts iſt erbaulicher, als zu ſehen, mit welcher Liebe ſie ein⸗ ander, ja ſelbſt fremden Nationen, bei den Karawanen, beiſtehen. Sie fliehen die Fremden, die zu unruhig ſind, ſo ſehr, als ſie diejenigen achten, welche ſich friedfertig beweiſen. Sie nehmen ſie gerne in ihre Wobnungen auf, und ſpeiſen ſie mit Vergnuͤgen.

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