Teil eines Werkes 
2. Th., 2. Bdchn (1829)
Entstehung
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einfaͤltig, daß ſie glauben, ihre Weinſtoͤcke ſeyen noch von der Art, wie ſie Noah gepflanzt hat. Jedoch

iſt der Wein ſehr gut, und dieſes gereicht ihnen zum groͤßern Ruhme. Die Haͤuſer zu Erivan ſind nur ein Stockwerk hoch, und jedes iſt mit einer Mauer eingeſchloſſen. Man wird daſelbſt wohl bewirthet; die Rebhuͤhner ſind ſehr gemein. Der Weinbau koſtet viele Muͤhe; denn die Weingaͤrtner ſehen ſich wegen des Froſtes genoͤthiget, die Weinſtoͤcke nicht allein ein⸗ zubinden, ſondern auch im Anfange des Winters ein⸗ zugraben. Die Kirchen der Chriſten ſind klein, und ſtehen halb in der Erde. Auch die perſiſchen Mo⸗ ſcheen ſind unan ſehnlich.

Wir begaben uns zum Patriarchen der Griechen, und kuͤßten ihm, nach der Gewohnheit des Landes, die Hand. Die Ceremonie gefiel ihm ſehr wohl; wir aber brauchten ſeine Huͤlfe, damit er uns gegen Be⸗ zahlung gute Pferde und Wegweiſer ſchaffen ſollte. Er ſetzte uns verſchiedene Fruͤchte und Wein vor, den wir aber nicht genießen konnten, weil wir kein Brod dazu hatten. Er fragte uns, ob wir den Papſt geſe⸗ hen haͤtten, und es verdroß ihn ſehr, da wir ihm ſagten, daß ſolches erſt nach unſerer Zuruͤckkunft ge⸗ ſchehen wuͤrde.Wie kommt es, ſagte er, daß ihr eine ſo weite Reiſe gemacht habt, um miich zu ſehen, da ihr doch euern Patriarchen noch nicht geſehen habt? Indeſſen gab er uns die noͤthige Beglei⸗ tung, und ein Empfehlungs⸗Schreiben an die Moͤnche,