Teil eines Werkes 
2. Th., 2. Bdchn (1829)
Entstehung
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Arznei⸗Kunſt zu treiben. Wenn der Kranke ſtirbt, oder nicht geſund wird, ſo werden ſie nicht bezahlt. Wird er aber geſund, was meiſtens von ungefaͤhr geſchieht, ſo ſchickt man Wein, Kuͤhe, Sklaven, Schafe ꝛc. in das Kloſter. Darin beherbergen ſie auch faſt alle Franken, die nach Tiflis reiſen.

Der Fuͤrſt dieſer Provinz war ein ſehr wankelmuͤ⸗ thiger Herr, der bei unſerer Anweſenheit das Todes⸗ Urtheil uͤber einen Verbrecher ſechsmal ausſprach, und ſechsmal wieder zuruͤck nahm. Zuletzt ſtrafte er den Henker, der das Urtheil vollzogen hatte. Dieſe Hen⸗ ker ſind in Georgien ſehr reich, und dieſes Amt wird von den angeſehenſten Maͤnnern verwaltet. Es

iſt ein Ehrentitel fuͤr Familien, und man ruͤhmt ſich,

viele Henker unter ſeinen Ahnen gehabt zu haben. IV. Ungefaͤhr 20 Meilen von dem Urſprunge des Euphrats und des Araxus liegt die ſchoͤne Land⸗ ſchaft der drei Kirchen. Wir kamen dahin uͤber den Fluß Kur, abwechſelnd uͤber ſehr fruchtbare, oft ſumpfige Gegenden, oder rauhe Gebirge, bis wir je⸗ nen Ort erreichten, welchen die Armenier mit eben der Andacht, wie die Katholiken Rom beſuchen. Daſelbſt iſt das Konvent des Patriarchen, worin auch die Moͤnche und die Fremden wohnen. Das Kloſter beſteht aus vier Gebaͤuden; die Gaͤrten ſind ſchoͤn und wohl unterhalten. Die patriarchaliſche Kirche ſteht in der Mitte des großen Hofes; man zeiget darin den Arm des h. Gregorius, einen Finger des h. Pe⸗