209
Wie haͤtten wir aber bei dem Mondſcheine Pflanzen ſuchen ſollen? Indeſſen unterließen wir doch nicht, unſere Saͤcke zu fuͤllen. Die Kaufleute lachten über uns, da ſie uns auf allen Vieren kriechen und Pflanzen abbrechen ſahen. Wir fanden aber am Morgen un⸗ ſere Beute ſehr reich.
Das Land, wo wir in dieſem Augenblicke waren, war Groß⸗Armenien und Du rkomanien. Ueber fruchtbare Wieſen, die mit allen Arten von Getreide beſaͤt waren, gelangten wir zur Bruͤcke von Eliia, an einem Arme des Euphrats. Am 18ten Juni gelangten wir endlich nach Erzeron. Dieſes iſt eine ziemlich große Stadt, welche 5 Tagreiſen von dem ſchwarzen Meere, und 10 von der Graͤnze Per⸗ ſiens liegt. Es war daſelbſt noch bedeutend kalt, und erſt vor Kurzem Schnee gefallen. Die Gegend iſt ſehr fruchtbar an Getreide, doch erntet man erſt im Sep⸗ tember, in welchem man oͤfters Eis antrifft. Ale⸗ rxander Severus verlor hier eine Armee; ſeine Soldaten blieben halb erfroren auf dem Wege liegen; man mußte ihnen Haͤnde und Fuͤße abſchneiden. Ne⸗ ben dieſer ſtrengen Winterkaͤlte zu Erzeron iſt es ungemein verdrießlich, daß das Holz ſo ſelten und theuer iſt. Man findet weder Baͤume noch Straͤuche, und brennt insgemein Kuͤh⸗Miſt. Davon nehmen alle Speiſen einen haͤßlichen Geruch an. Sehr gute Fruͤchte kommen aus Georgien, welches Land viel
34ſtes B. Türkei. II. 2. 6


