Teil eines Werkes 
2. Th., 2. Bdchn (1829)
Entstehung
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204.

Ein Nordwind noͤthigte uns, in der Muͤndung von Caſalmac einzulaufen. Dieſer iſt der groͤßte. Fluß auf dieſer ganzen Kuͤſte, ehehin unter dem Na⸗

men Iris bekannt. Wir ließen an dem Ufer des Meeres ein Dorf hinter uns liegen, das auf den Rui⸗ nen von Amiſus, einer alten Kolonie der Athenien⸗ ſer ſteht. Der Fluß Caſalmac befeuchtete jene ſchoͤne Ebene, wo die berufenen Amazonen ihr kleines Reich hatten. Wir fanden aber daſelbſt eine ſeltene Pflanze, was uns weit merkwuͤrdiger war, als alles, was man von diefen beruͤhmten Weibern erzaͤhlt.— Tetradi(Cherſanbadereſi) und Argyroponti (Chairpuelu) ſind gleichfalls nah gelegene Fluͤſſe, wel⸗ che in dieſer Gegend in das Meer muͤnden. Bei dem Auslaufe des kleinen Fluſſes Vatiza, ganz nahe bei— einem Dorfe gleiches Namens, landeten wir, um Er⸗’ friſchungen einzunehmen. Wegen hoher See mußten wir daſelbſt einige Tage liegen bleiben, die wir zum Kraͤuter⸗Sammeln wohl benuͤtzten. Wir trafen Lor⸗ beer⸗Baͤume, die hoͤher ſind, als unſere groͤßten Ei⸗ chen. Ungeachtet die Matroſen verſicherten, daß die See ſo ruhig ſey wie Oel, ſo prophezeihte doch einer, daß es ein ungluͤcklicher Tag ſey, und dieſes war ſchon genug, daß wir erſt nach dem Eſſen abreiſten, und zu Ceraſonte*) landeten. Dieſe iſt eine ziem⸗

*) Cerasus, Kirſchbaum.