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Reichen Gelegenheit wird, ihre Mildthaͤtigkeit anzu⸗ wenden.
Meceg iſt den Tuͤrken der heiligſte Ort in der Welt. Der Sultan ſchickt dahin alle Jahre eine Ka⸗ rawane mit 500 Sekins, einen mit Gold bedeckten Alkoran, und verſchiedene reiche Teppiche. Man ſucht das ſchoͤnſte Kamel im Lande, um den Alkoran zu tragen. Wenn ſolches zuruͤckkommt, wird es mit Blu⸗ menkraͤnzen geziert, auf das herrlichſte gefuͤttert, le⸗ benslang von aller Arbeit freigeſprochen, wenn es alt wird, geſchlachtet, und mit vieſer Feierlichkeit, als ein heiliges Fleiſch verzehrt. Wer eine Reiſe nach Mecca
gemacht hat, kann nicht mit dem Tode beſtraft wer⸗
den. Einige Indier ſollen ſo naͤrriſch ſeyn, daß ſie ſich die Augen ausſtechen, wenn ſie die ſogenannten heiligen Orte geſehen haben. Die Kinder, welche waͤhrend einer Pilgrimſchaft erzeugt werden, ſieht man fuͤr kleine Heilige an; weßwegen auf den Heerſtraſſen viele barmherzige Schweſtern auf das demuͤthigſte zu einem ſo frommen Werke ſich anbieten.
Die Ehe iſt bei den Luͤrken nichts anders, als ein buͤrgerlicher Vertrag: der Mann macht ſich anheiſchig, Weib und Kinder zu ernaͤhren, und ihnen einen Leib⸗ geding zu beſtimmen. Ein Eheweib kann die Schei⸗ dung verlangen, wenn ihr Mann unvermoͤgend, un⸗ natuͤrlichen Leidenſchaften ergeben iſt, oder ihr den Tribut der Nacht vom Donnerſtag auf den Freitag nicht bezahlt. Leiſtet er aber dieſen, gibt er ihr Brod,


