Teil eines Werkes 
2. Th., 2. Bdchn (1829)
Entstehung
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3. 187

Die Saͤnger verkuͤnden das Ende der Faſten; wer dann eine trockene Kehle hat, laͤßt ſich das Waſſer un⸗ gemein wohl ſchmecken, und naͤhert ſich mit dem groͤß⸗ ten Appetit ſeiner Reis⸗Schüſſel. Jeder verzehrt das Beſte, was er hat; ja ſie gehen auch, nachdem ſie ſich zu Hauſe wohl geſaͤttigt haben, auf der Straſſe um⸗ her, um zu ſehen, ob ſie nichts zu eſſen bekommen; ſo ſehr fuͤrchten ſie ſich, Hungers zu ſterben. Die Ar⸗ men rufen:„Gott wolle den Beutel derer aufuͤllen, die mir etwas fuͤr meinen leeren Magen geben!“— Nach der Faſten(Ramazan) wird der Bairam angekuͤndigt. Man hoͤrt alsdann nichts als trommeln und trompeten; man zuͤndet auf den Straſſen Freu⸗ den⸗Feuer an, und die Weiber haben Eriaubniß, drei Tage, ſo lange das Feſt dauert, auszugehen. Man ſieht nichts als Muſikanten, Schaukeln, Gluͤcksraͤder ꝛc. Am erſten Tage geſchieht unter den Muſelmaͤnnern eine allgemeine Verſoͤhnung. Sie kuͤſſen die Haͤnde ihrer Feinde, und wuͤnſchen einander tauſend Gluͤck. Sie ſchicken einander Geſchenke zu, wie bei uns am erſten Morgen des neuen Jahres. Der Sultan er⸗ ſcheint in einem viel praͤchtigeren Aufzuge. Die Rei⸗ chen gehen in die Gefaͤngniſſe, und machen diejenigen los, welche wegen Schulden daſelbſt ſitzen. Man ſte⸗ het den ſchamhaftigen Armen ſorgfaͤltig pei.

Viele Gaſthoͤfe ſind in der Tuͤrkei geſtiftet. Dieſe ſind große Gehaͤude, die man auf den Wegen auttifft.