Teil eines Werkes 
2. Th., 2. Bdchn (1829)
Entstehung
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auf die Galerien der Moſcheen ſteigen, und viermal aus Leibeskraͤften ſingen:„Gott iſt grof, auſſer Gott iſt kein Gott: kommt zum Gebet!“— Die Demuth der Tuͤrken, wenn ſie beten, iſt ſo groß, daß ſie mit Niemanden reden, nicht umſehen und kein Zeichen des Lebens, als einige Seufzer, von ſich geben. Sie glau⸗ ben uͤbrigens, daß ihr Gebet nicht erhoͤrt werden koͤn⸗ ne, wofern ſie nicht den feſten Entſchluß gefaßt haben, ihren Feinden zu vergeben. Sie laſſen keinen Freitag vorbeigehen, ohne ſich aufrichtig zu verſoͤhnen; daher kommt es auch, daß man bei den Tuͤrken niemals Ver⸗ laͤumdungen und Scheltworte hoͤrt. 1 Am Sonnabend beten ſie fuͤr die Bekehrung der Juden; am Sonntag fuͤr jene der Chriſten; am Mon⸗ tag fuͤr die Propheten; am Dienſtag fuͤr die Prieſter; am Mittwoch fuͤr die Todten; am Donnerſtag fuͤr die ganze Welt und am Freitag fuͤr ſich. Selbſt auf Rei⸗ ſen unterlaſſen ſie das Gebet nicht, und verrichten das⸗ ſelbe auf freiem Felde. Nichts iſt erbaulicher als dieſe Uebungen, und dieſes hat mich gegen die Griechen aͤuſ⸗ ſerſt aufgebracht, welche meiſtens wie die Hunde leben. Die Reichen halten die Faſten eben ſo gewiſſen⸗ haft, als die Armen; die Soldaten wie die Geiſtli⸗ chen; der Sultan wie der Bettler. Jeder ruht den Tag uͤber und ſucht alles zu vermeiden, was Durſt macht: denn es iſt etwas hartes, wenn man bey gro⸗ ßer Hitze kein Waſſer trinken darf. Die Arbeitsleute, die Reiſenden und Landleute leiden dabei am meiſten.