169
Juden und Armenier, haben mehr Freiheit; doch kom⸗ men auch wenige aus dem Hauſe. Denn die Sklaven verrichten alles, was außer dem Hauſe geſchehen muß; ſie gehen auf den Markt ꝛc.
Faſt alle Moſcheen zeichnen ſich durch ihre Groͤße und Feſtigkeit aus. Man duldet keine Hunde darin; Niemand begeht in denſelben etwas Unanſtaͤndiges; ſie haben gute Einkuͤnfte und ſind viel zeicher, als die chriſtlichen Kirchen. Die vorzuͤglichſte iſt die So⸗ phien⸗Kirche. Nicht weit von derſelben ſind die Grabmaͤler etlicher ottomanniſcher Fuͤrſten. Dieſe ſind vier kleine, ziemlich niedere Gebaͤude, die ſich mit Blei bedeckten Kuppeln endigen, welche von Saͤulen unterſtuͤtzt werden, die ein Sechseck bilden. Die Ge⸗ laͤnder ſind aus Holz, und die Saͤrge mit Tuch ohne Stickwerk bedeckt. Die Kaiſer unterſcheiden ſich von ihren Gemahlinnen blos durch ihren Turban, der auf einem Pfeiler, oben an dem Sarg liegt, und durch die Lichter, welche an den beiden Enden brennen. Man eigte uns die Bilder der 120 Kinder des Kaiſers Amurat, die alle an einem Tage auf Befehl des Nachfolgers mußten erdroſſelt werden. Auch ſind hier etliche Alkorans mit Ketten befeſtigt, und vor denſel⸗ ben beten einige Arme, welche große Roſenkraͤnze mit Koͤrnern, gleich den Musketen⸗Kugeln, haben. 8
Der halbe Mond war ſchon den alten Byzanthi⸗ nern ein ehrwuͤrdiges Zeichen. Philipp, Koͤnig von: Macedonien, ſoll einſt Byzanth belagert, und in


