162 Durch einen heftigen Suͤd⸗Oſt⸗Wind wurden wir
nach St. Minas verfchlagen. Da wir keine Haͤuſer fauden, ſo zerlegten unſere Matroſen eine alte frau⸗
zoͤſiſche Barke, die vor einigen Monaten daſelbſt ge⸗ ſtrandet war. Aus den Truͤmmern bauten wir eine
elende Huͤtte, in der es auf allen Seiten auf
uns regnete. Der Sturmwind warf aber das Ge⸗ baͤude zuſammen, gerade als wir am ſicherſten zu ſeyn glaubten. Wir hatten nichts zu eſſen als Zwieback, und nichts zu trinken als Regenwaſſer; wir ſetzten alſo unſere Reiſe fort, unter der Gefahr, alle Augen⸗ blicke im Meere begraben zu werden. Voll Angſt ge⸗ trauten wir uns kaum, die Augen zu oͤffnen. Eine einzige Welle fuͤllte auf einmal unſer ganzes Fahr⸗ zeugz wir mußten ſolches nur mit unſern Huͤten aus⸗ ſchoͤpfen Unſere Furcht verdoppelte ſich, als wir auf dem Meere einige Zitronen ſchwimmen ſahen, die von einem geſcheiterten Schiffe kamen. Zum großen Gluͤcke kamen wir auf die noͤrdliche Seite der Inſel Samos, woſelbſt wir eine ſehr große Windſtille an⸗ trafen. Wir legten vor Carlovari Anker, und lie⸗ ßen einen Papas holen, der zur Dankbarkeit eine Meſſe leſen mußte. Die Inſel Skyros iſt bergig, doch angenehm und wohl angebaut. Wir aßen vortrefflichen Kaͤſe, der aus Schaf⸗ und Ziegenmilch vermiſcht gemacht war. Viel Weitzen wird gebaut; die Weinſtoͤcke ſind⸗ eine Zierde der Inſel; der Wein ſelbſt iſt vortrefflich.


