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tilene erbaut, und es iſt unglaublich, wie viele Saͤulen, Fußgeſtelle und Truͤmmer von uͤbel zugerich⸗ teten Inſchriften man noch unter den Ruinen antrifft. Die meiſten ſind aus weißem oder aſchgrauen Mar⸗ mor, oder aus Granit. Gegenwaͤrtig ſollen 120 Doͤr⸗ fer und Flecken auf dieſer Inſel ſeyn.
Nichts verſchafft einem Reiſenden ein groͤßeres Vergnuͤgen, als wenn er das Vaterland großer Maͤn⸗ ner zu ſehen bekommt; und auch Meteline ſoll eine ziemliche Menge deſſelben aufzaͤhlen koͤnnen. Die Les⸗ bier ſollen die groͤßten Tonkuͤnſtler in Griechenland geweſen ſeyn. Aber auch ihre Sitten waren ſo ver⸗ dorben, daß man Niemanden einen groͤßern Schimpf anthun konnte, als wenn man ſagte, er lebe wie die Lesbier. Doch ſind die Damen heute nicht ſo ver⸗ buhlt, wie z. B. auf Milo. Ihre Kleidung und ihr Kopfputz iſt viel anſtaͤndiger; doch entbloͤßen ſie ihre Bruſt zu ſehr. Der Boden iſt ſehr gut; die Gebirge ſind kuͤhl und an verſchiedenen Orten mit Waldungen bedeckt. Daſelbſt waͤchſt guter Weitzen, Wein und ein vortreffliches Oel.
Den 25. Maͤrz ſegelten wir nach Tenedos, welche zu den Zeiten Trojas ſehr maͤchtig war, mit demſelben zu Grunde ging, und jetzt keine Ueberbleib⸗ ſel des Alterthums mehr aufzuweiſen hat. Wir ſuch⸗ ten auch nicht nach denſelben; dagegen zog uns der Muskaten⸗Wein dieſer Tudel⸗ welcher ſehr koͤſtlich iſt, weit mehr an.


