ſogar Pferde. Das Kloſter iſt ſehr groß und reich, und gleicht einem ganzen Flecken. Der fuͤnfte Theil der Guͤter der Inſel gehoͤrt ihnen, und fromme Ver⸗ maͤchtniſſe vermehren den Schatz taͤglich. Die Reli⸗ gioſen geben hundert Thaler fuͤr ihre Aufnahme, und wenn ſie ſterben, duͤrfen ſie ihre Verlaſſenſchaft Nie⸗ mand vermachen, als dem Kloſter, oder einem ihrer Verwandten, welcher aber nicht mehr erben kann, als den dritten Theil, und zwar unter der Bedingniß, wenn er ſelbſt in dieſes Kloſter geht. Auf dieſe Weiſe baben ſie das Geheimniß erfunden, nichts zu verlie⸗ ren. Das Kloſter liegt auf einem wohlangebauten Huͤgel, in einer unangenehmen Einſamkeit, in der Mitte unter großen und ganz kahlen Bergen. Die Venetianer verſchoͤnerten Seio in den letzten Kriegen, und die Haͤuſer ſind hier auf dem ganzen Archipel die beſten, ungeachtet Thuͤren und Fenſter ſchlecht ſind. Der Hafen iſt der Sammelplatz aller Schiffe, welche nach Konſtantinopel, oder von daher nach Sy⸗ rien oder Aegypten ſegeln. Das Land iſt bergig und rauh, an einigen Orten ſchoͤner, mit Zitronen und Maſtix⸗Baͤumen beſetzt; doch hat es wenig Ge⸗ tieide.
Ueberhaupt ſind alle Inſeln leicht auszuhungern, und man wird ſich auf dem Archipel ſchwerlich feſt⸗ ſetzen koͤnnen, wenn man nicht zugleich Morea und Kandia unter ſeine Bothmaͤßigkeit bringt; denn dieſe Inſeln ſind gleichſam die Vorrathshaͤuſer. Doch ver⸗


