Teil eines Werkes 
2. Th., 2. Bdchn (1829)
Entstehung
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ſchwind auch wieder von den Tuͤrken erobert. Der Schrecken zu Seio war ſo groß, daß man daſelbſt die Kanonen und die Munition zuruͤck ließ. Die ve⸗ netianiſchen Truppen waren in der groͤßten Unordnung auf ihre Rettung bedacht, und man ſagt noch heute auf der Inſel, daß ſie die Muͤcken fuͤr Turbans ange⸗ ſehen haͤtten. Die Tuͤrken warfen die groͤßte Rache beſonders auf die Lateiner, und ließen vier der ange⸗ ſehenſten Maͤuner aufhaͤngen. Dieſen Chriſten wur⸗ den die Huͤte verboten; man noͤthigte ſie, ſich ſchee⸗ ren zu laſſen, die europaͤiſche Tracht abzulegen, vor den Thoren der Stadt von dem Pferde zu ſteigen, und den geringſten Muſelmann ſehr ehrerbietig zu gruͤßen. Ihre Kirchen wurden niedergeriſſen, oder in Moſcheen verwandelt. Dieſes Ungluͤck hatten ſie der Verraͤtherei der Griechen zu danken, welche liſtig alle Schuld auf die Lateiner gewaͤlzt hatten, als haͤtten naͤmlich dieſe die Expedition der Venetianer veran⸗ laßt und beguͤnſtiget. Der griechiſche Biſchof iſt ſehr reich; er hat mehr als 300 Kirchen in der Stadt, und in den uͤbrigen Theilen der Inſel. Die griechi⸗ ſchen Kloͤſter haben viele Einkuͤnfte; unter ihnen iſt Neamoni(die neue Einſamkeit), das betraͤchtlich⸗ ſte, wo 150 Religioſen wohnen. Niemals, außer an den Sonntagen und an den Feſten, eſſen dieſe in Ge⸗ meinſchaft; die uͤbrigen Tage in der Woche beſtellt jeder ſelbſt ſeine Kuͤche. Diejenigen, welche etwas Vermoͤgen haben, laſſen ſich wohl ſeyn, und halten