und Paleocaſtro. Unter den Ruinen fuͤhrte man uns in drei ſchoͤne Hoͤhlen, welche mit dem Meiſel in den Felſen gearbeitet und mit Kitt uͤberzogen worden ſind. 4
Wir kamen den 15. November, in einer ſehr un⸗ angenehmen Witterung, zu Zia an. Wegen Ueber⸗ voͤlkerung beſtand hier einſt im Alterthume das grau⸗ ſame Geſetz, daß diejenigen, welche uͤber ſechzig Jahre alt geworden waren, ſich ſelbſt mit Gift hinrichten mußten. Indeſſen wurde auf die Befeſtigung des Lan⸗ des die aͤußerſte Sorgfalt verwendet, wie noch aus den Mauern zu erſehen iſt. In einer oͤden Citadelle vertheidigten ſich vorlaͤngſt ſechzig Tuͤrken wider die ganze venetianiſche Armee, und zwar blos mit zwei Flinten, welche das einzige Schießgewehr waren, das ſie bey dem kurz vorher ausgeſtandenen Schiffbruche gerettet hatten. Sie wuͤrden ſich nicht ergeben haben, wenn es ihnen nicht an Waſſer gemangelt haͤtte.— An dem Ufer einer Bucht ſteht eine Marmor⸗Figur, ohne Kopf und Arme. Die Bekleidung derſelben iſt ſehr ſchoͤn. Man haͤlt ſie fuͤr die Statue der Goͤttin Nemeſis, d. i. der Rache, weil ſie die Stellung einer Verfolgenden hat. Die Ueberbleibſel der alten Stadt Joulis ſind auf einem Huͤgel, und erſtrecken ſich bis in das Thal, wo eine ſchoͤne Quelle gleichen Na⸗ mens, fließt.— Zia iſt gegenwaͤrtig ziemlich gut an⸗ gebaut; die Felder ſind ſehr fruchtbar, auch haben ſie bier große Heerden. Man baut wenig Weizen, aber


