Teil eines Werkes 
2. Th., 2. Bdchn (1829)
Entstehung
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gends findet man Ueberbleibſel aus dem Alterthume; alle die Einwohner ſind Raͤuber nach dem Gewerbe. Hier halten ſich die meiſten Korſaren auf, und die Tuͤrken nennen Nio nur das kleine Maala. Dieſe Banditen, welche den ganzen Archipel unſicher ma⸗ chen, ſind die aͤrgſten Boͤſewichte. Sie bemaͤchtigen ſich des naͤchſten Schiffes, und berauben nicht allein die Leute, ſondern werfen ſie auch, mit einem Stein am Halſe, in die See, um durch ſie nicht verrathen oder verklagt zu werden.

Nach kurzem Aufenthalte nahmen wir unſern Weg nach Sikino, welche die Alten die Wein⸗Inſel nannten; und wirklich waͤchst noch viel Wein daſelbſt. Beruͤhmt iſt dieſe Inſel dadurch geworden, daß die Weiber in einer Nacht alle ihre Maͤnner und die jun⸗ gen Leute des Landes ermordeten, weil dieſe ihnen die Sklavinen vorzogen, die ſie vor kurzem aus Thra⸗ eien gebracht hatten. Das Dorf Sikino liegt auf einer Hoͤhe, ganz nahe bei einem Felſen, welcher ſich neiget, und in das Meer zu ſtuͤrzen ſcheint. Unſere Wohnung war hier eine ziemlich reinliche Kapelle, wo wir bis zum erſten Oktober verweilen mußten.

Santorin, welche die Alten eine ſehr ſchoͤne Inſel nannten, erreichten wir am 16. Oktober. Jetzt iſt ſie ganz mit Bimsſteinen bedeckt, und die Kuͤſten ſind grauenvoll. Wahrſcheinlich hat ſie ein Erdbeben ſo zugerichtet. Denn viele ſchoͤne Staͤdte und eine maͤchtige Voͤlkerſchaft ſollen daſelbſt geweſen ſeyn. Ge⸗