Teil eines Werkes 
2. Th., 1. Bdchn (1829)
Entstehung
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mehr an den Tag zu legen, wechſeln ſie in dieſer Zeit ihre Kleider nicht. Die Maͤnner ſcheeren ſich den Bart nicht, und die Wittwen laſſen ſich von den Laͤu⸗ ſen freſſen.

IV. Wir verließen Kandia am erſten Auguſt, am Bort einer franzoͤſiſchen Barke, deſſen Fahrt nach Argentiere ging, welchen Namen die Inſel von den Silbergruben erhielt, von welchen man noch die Werkſtaͤtte und Schmelzoͤfen ſieht. Bearbeitet werden dieſelben nicht mehr: denn die Griechen fuͤrchten, bei einem ſolchen Gewerke von den Tuͤrken mit großen Auflagen beſchwert zu werden. Uebrigens findet man hier nur ein einziges, ſchlechtes Dorf, wo viele Baum⸗ wolle gebaut wird. Die Weibsperſonen, welche ſich gerne mit Liebeshaͤndeln abgeben, verfertigen aus der⸗ ſelben Struͤmpfe, welche ſie auf den benachbarten In⸗ ſeln verkaufen.

Nach einem kurzen Aufenthalte eilten wir nach Milo, einer ſchoͤnen, faſt runden Inſel, welche wohl gebaut iſt. Die Stadt Milo hat 5000 Einwohner, aber die Inreinlichkeit daſelbſt iſt faſt unertraͤglich. Wenn ein Haus gebaut wird, macht man den Anfang mit dem Schweinſtalle, der jederzeit gegen die Straße ſich zieht. Dieſer Unrath, die Duͤnſte der ſalzigen Moraͤſte und Mangel an gutem Waſſer verurſachen die gefaͤhrlichſten Krankheiten. Die Kapuziner haben