Teil eines Werkes 
2. Th., 1. Bdchn (1829)
Entstehung
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Wer nicht zahlen kann, wird, wenn er eine Wuͤrde hat, abgeſetzt, oder man verkauft ihm ſeine Habe, oder er muß von den Juden gegen grohe Zinſen bor⸗ gen. So iſt der Zuſtand der griechiſchen Kirche.

Die Prieſter haben die Erlaubniß, ſich ein einzi⸗ ges Mal zu verheirathen, und muͤſſen vor der Wethe einem Papas erklaͤren, daß ſie noch keuſch ſind, und eine Jungfrau heirathen wollen. Man waͤhlt fuͤr ſie die ſchoͤnſten Maͤdchen im Dorfe, deren Geſichtsfarbe ein langes Leben verſpricht. Sie leſen nicht alle Tage Meſſe, ſondern nur dann, wenn ſie Nachts zuvor ihren Frauen nicht beiwohnten.

Die Griechen beobachten keine Kirchenzucht. Man nimmt die Religioſen ſehr jung auf, beſonders in die Konvente, wo man einige antrifft, die kaum zwoͤlf Jahre alt ſind. Dieſe ſind ſehr oft Soͤhne der Papas, denen man das Leſen und Schreiben lehrt, ſie aber außerdem zu den niedrigſten Arbeiten anhaͤlt. Die Laitenbruͤder ſind ehrliche Bauern, welche nach dem Tode ihrer Weiber ihre Guͤter den Ordenshaͤuſern ſchenken, in welchen ſie den Reſt ihrer Tage zubrin⸗ gen, und den Ackerbau beſorgen helfen. Strafe und Bußuͤbungen, welche die Religioſen verdienen, kommen gar nicht in Anwendung; denn die geringſte Strenge wuͤrde zur Folge haben, daß ſie die Moͤnchs⸗ Kappe mit dem Turban vertauſchten. Die Bußuͤbun⸗ gen ſind alſo freiwillig, der Gehorſam gar nicht be⸗ kannt; nur die Koͤche legen ſich unter die Thuͤre des