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Die Weine in Kandia ſind vortrefflich, roth, weiß und braunlich. Wer einmal kandiſchen Wein getrunken hat, wird alle andern Weine verachten. Die Tuͤrken koͤnnen ſich nicht enthalten, einen ſo gu⸗ ten Wein zu trinken; wenigſtens zu Nacht. Die Grie⸗ chen trinken ihn Tag und Nacht, ohne Waſſer, aber nicht auf einmal, um von Zeit zu Zeit durch dieſes Getraͤnk das Andenken an ihr Elend zu begraben. Der Branntwein aber iſt in Kandia, wie in der ganzen Levante, etioas abſcheuliches, und hat gar keine Kraft. Die Seide iſt vollkommen ſchoͤn; die Wolle taugt nur zu groben Zeugen; das Honig iſt vor⸗ trefflich, riecht aber nach Thymian, der das ganze Land bedeckt. Das Land wird im Ganzen nicht gut beſtellt; zwei Drittel beſtehen aus ſteilen,, kahlen, un⸗ angenehmen Gebirgen, die ſich beſſer zum Aufenthalt der Ziegen, als der Menſchen ſchicken. Doch liegt die Inſel unter einem guten Himmel, und wurde ehehin die gluͤckliche Inſel genannt. Im Frieden lebt man daſelbſt ganz vergnuͤgt; iſt aber Krieg, ſo wird das ganze Land von den Cains, oder falſchen Bruͤdern verwuͤſtet. Dieſe ſind Griechen, die ſich zu den Venetianern gefluͤchtet haben; ſie brennen, rauben, pluͤndern und begehen alle Arten von Grau⸗ ſamkeiten. Beſonders geben ſie ſich alle Muͤhe, Tuͤr⸗ ken gefangen zu bekommen, die ihre Freiheit mit theue⸗ rem Gelde wieder erkaufen muͤſſen. Wird aber ein ſolcher Cain ergriffen, ſo wird er geſpießt. In dem


