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auf der Inſel beſitzen. Trifft man ein gutes Land, eine fruchtbare Ebene, ſchoͤne Oelbaͤume, wohlgebaute Weinberge an, ſo wird man gewiß nicht weit davon ein Kloſter finden, oder die Wohnung eines Papas. Alle ſchoͤne Meiereien gehoͤren zu den Kloͤſtern; und vielleicht iſt eben dadurch der Ruin des Landes befoͤr⸗ dert worden*).
Die buͤrgerlichen Einwohner von Kandia laſſen ſich ganz wohl ſeyn. Man ſieht auf der Inſel viel Gefluͤgel und Vieh. Das Fleiſch der Schlachthaͤuſer iſt ſehr gut, ausgenommen im Winter. Weil man kein Futter fuͤr das Vieh hat, ſo iſt man gendoͤthiget, ſolches laͤngs des Meeres unter den Binſen auf die Weide zu treiben, wo es ſo mager wird, daß das Fleiſch voͤlig wie Stroh iſt. Doch die Griechen achten dieſes wenig; ſie machen ſich mit Wurzeln wie⸗ der Appetit, und dieſes hat zu einem Sprichwort An⸗ laß gegeben, daß man ſagt, die Griechen maͤſten ſich da, wo die Eſel aus Hunger ſterben. Unſere Matro⸗ ſen brachten ganze Tage hin, ohne etwas anders, als ſchlechten Zwieback und ſalziges Moos zu eſſen, das auf den— mit Seewaſſer bedeckten Felſen waͤchſt.
**) Hierin moͤchte ſich Herr v. Tournefort wohl irren; wenigſtens im Koͤnigreiche Baiern, wo die Aufhebung der Abteien ganze Strecken Lan⸗ des zu einen viel niedrigeren Grad der Kultur zuruͤck gefuͤhrt hat, hat ſich obige Maxim nicht als wahr erprobt.


