Teil eines Werkes 
2. Th., 1. Bdchn (1829)
Entstehung
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97 nach einiger Zeit vollkommen wieder hergeſtellt. Die⸗ ſem Beiſpiele folgten die meiſten großen Herren auf der Inſel nach, und der Irlaͤnder bekam mit den Muſelmaͤnnern ſo viel zu ſchaffen, daß er ſie alle kaum beſorgen konnte.

Waͤhrend wir uns zu Kandia befanden, beſchaͤf⸗ tigte ſich der Vize⸗Koͤnig mit Erbauung einer Mo⸗ ſchee. Er ließ aus allen benachbarten Doͤrfern die Griechen mit den noͤthigen Werkzeugen zuſammen ru⸗ fen, und dieſe bekamen oft mehr Schlaͤge, als Brod.

Die meiſten Baſſas ſind geitzige Leute, und da ſie ihre Statthalterſchaften zu Konſtantinopel,⸗ wo alles feil iſt, kaufen, ſo ergreifen ſie jede Gele⸗ genheit, ihren Schaden wieder einzubringen. Man ſoll nie anfangen, den Tuͤrken Geſchenke zu machen, oder man muß damit fortfahren: denn ſie ſehen das Erſte fuͤr einen Vertrag auf das Zukuͤnftige an. Die groͤßten Herren verlangen ohne Scheu, und die Groß⸗ muth iſt etwas, das ſie gar nicht kennen.

Den 2. Julius beſuchten wir das Thal Mira⸗ bella, das zwiſchen andern, ſehr angenehmen Ge⸗ birgen liegt. Wir fanden dort ein Kloſter, wo die Moͤnche ihr ganzes Hausgeraͤth in die Kirche geſchafft hatten, um ihre Schlafzimmer den Seidenwuͤrmern einraͤumen zu koͤnnen.

Critza, ein Dorf auf der Hoͤhe einer ſehr frucht⸗ baren Ebene, wird von einem Kadi bewohnt. Dieſer ließ uns zu ſich bitten, um ihm den Puls zu fuͤhlen;

32tes B. Türkei. II. 4. 7