94
von ihnen zahlt7 Thaler Kopfſteuer. Der Superior des Hauſes nahm uns, nach der Gewohnheit der mor⸗ genlaͤndiſchen Chriſten, welche die Franken in die Klöſter zu logiren pflegen, freundlich auf. Man gibt ihnen freilich bei dem Abſchiede mehr, als man ver⸗ zehrt hat; doch hat man auch den Vortheil, bei Chri⸗ ſten zu ſeyn.— Ein anderes Kloſter trafen wir nicht ferne davon, in einer ſehr angenehmen Einſamkeit. Man ſteigt in dieſelbe uͤber eine Treppe von 135 Staf⸗ feln hinab, die in den Fels gehauen ſind. Ningsum ſind fuͤrchterlich ſteile Abgruͤnde. Das Haus war wohl gebaut, aber ganz unbewohnt, weil es von den Kor⸗ ſaren zu oft gepluͤndert worden war.
Almyron iſt ein kleines Fort, mit einer ſchlech⸗ ten Baſtei, bei dem Eingange eines Thales, ganz nahe am Strande. Man kehrt in einem Wirthshauſe ne⸗ ben dem Fort ein, wo man aber nichts, als zwei große Sophas, Waſſer und Kaffee antrifft, ſo daß man wuͤrde Hungers ſterben muͤſſen, wenn man nicht Lebensmittel mit ſich braͤchte. Dagegen findet man ein anderes Wirthshaus, nahe bei Retimo, welches von einem Tuͤrken geſtiftet und ſo gut mit Einkuͤnften verſehen iſt, daß alle Reiſenden ſehr wohl und unent⸗ geldlich verpflegt werden. Die Landſchaft ſelbiger Gegend beſteht gegen Morgen meiſtens aus Felſen; gegen Kandia aber iſt ſie ſehr ſchoͤn. Die ganze See⸗Kuͤſte hier iſt mit Gaͤrten beſetzt, die man mittels Ziehbrunnen waͤſſert.


