Teil eines Werkes 
2. Th., 1. Bdchn (1829)
Entstehung
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waren in den Garten des Gouverneurs eingeladen, welcher nichts, als ein kleines Gehoͤlze von Pomeran⸗ zen, Pflaumen, Birnen und Kirſchbaͤumen iſt. Man nannte dieß ein irdiſches Paradies; allein darin iſt alles der Natur uͤberlaſſen, obwohl ein ungluͤcklicher, griechiſcher Moͤnch als Gaͤrtner aufgeſtellt iſt, der nicht einmal ein Hemd auf dem Leibe hatte, und ſo wie drei ſeiner Mitbruͤder, von der Kraͤtze abſcheulich geplagt wurde.

Auf dem Ruͤckwege nach Canea belaͤſtigte uns ſehr der unertraͤgliche Geſtank der Kirchhoͤfe: denn die Tuͤrken begraben ihre Todten an die Landſtraßen, aber gar nicht tief, und errichten einen Stein, den ſie mit einem Turban zieren, wenn die Perſon einige Wich⸗ tigkeit hatte.

Die hohen Gebirge, wo man im Sommer den Schnee abholet, ſind die fruchtbarſten Theile der In⸗ ſel, und man findet dort Pflanzen, die man in andern Gegenden vermiſſet. Auf einem Gipfel derſelben, ſuͤd⸗ waͤrts gegen das Meer, liegt das Dorf Sfachia⸗ deſſen Einwohner vortreffliche Bogen⸗Schuͤtzen und gute Soldaten ſind. Unter ihnen iſt der pvrrhini⸗ ſche Tanz noch gebraͤuchlich.

Den 12. Mai ſchliefen wir in dem Kloſter der Dreifaltigkeit, welches eine halbe Tagreiſe von Ca⸗ nea entfernt iſt, und ganz nahe am Cap Melier liegt. Ehehin wohnten 100 Religioſen in dieſem Klo⸗ ſter; beut zu Tage ſind ihrer kaum fuͤnftig. Ein jeder