92—
Gemaͤcher und Terraſſen ſind, welche zugleich die Daͤcher bilden, und bloß aus Brettern von Fichten⸗ holz beſtehen. Unten ſind ſie mit eichenen Balken ge⸗ ſtuͤtzt, oben mit einer Lage Erde bedeckt, die wie Kalk eingeruͤhrt und mit kleinen Kieſelſteinen gepflaſtert wird, welche man in den Beeten der Fluͤſſe findet. Die Terraſſen haben keinen weitern Abhang, als zum Ablaufen des Waſſers noͤthig iſt. Auf denſelben geht man bei ſchoͤnem Wetter ſpatzieren, ja man ſchlaͤft ſo⸗ gar bei großer Hitze daſelbſt. Außer dieſen hat jedes Haus eine andere, kleine Terraſſe, gleich dem Boden. des zweiten Stockes; dieſe iſt gewoͤhnlich mit Blu⸗ mentoͤpfen geziert. Dieſe Terraſſen ſind der Geſund⸗ beit ſehr zutraͤglich: denn wenn der Nordwind herrſcht, verſchließt man die Fenſter gegen Nord, oͤffnet aber die Thuͤren gegen die mittaͤgliche Terraſſe. Im Ge⸗ gentheile werden dieſe Thuͤren verſchloſſen, wenn die ſehr nachtheiligen Mittags⸗Winde anfangen, welche ſo heiß ſind, daß ſie die Menſchen oft auf freiem Felde erſticken.
Die Gegend um Canea bis Culata, iſt vor⸗ trefflich und jehr ſchoͤn. Oliven⸗Waͤlder ſind mit Fel⸗ dern, Wein⸗ und andern Gaͤrten, und mit Baͤchen untermiſcht, von immergruͤnen Myrten begraͤnzt. Es wird allenthalben viel Oel erzeugt, und durch den Handel vortheilhaft abgeſetzt. Doch ſind die Gaͤrten ohne Ordnung, und die Baͤume tragen meiſtens ſchlechte Fruͤchte, weil ſie nicht veredelt werden. Wir


