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baben; allein von aller alten Pracht findet man nicht die geringſten Ueberbleibſel mehr. Man weiß aber uoch, daß Marſeille den Wiſſenſchaften die Bahn nach Gallien geoͤffnet hat, und daß man von allen Orten dahin kann, ſich in der Weltweisheit und in den ſchoͤnen Kuͤnſten unterrichten zu laſſen. Es herrſchte daſelbſt eine ſolche Feinheit der Sitten, daß die Roͤ⸗ mer ihre Kinder zur Erziehung dahin ſchickten. Ge⸗ genwaͤrtig iſt die Handlung das Hauptwerk, welches zu Marſeille getrieben wird. 1
Nachdem wir lange genug auf den Nord⸗Weſt⸗ Wind gewartet hatten, der uns nach Kandia fuͤhren follte, ſegelten wir den 23. April aus dem Hafen⸗ Unſere Fahrt war ſo ſchnell und gluͤcklich, daß wir ſchon am neunten Tage im Hafen zu Canea lan⸗ deten.
Canea iſt die zweite Stadt auf Kandia, einer Inſel, unter den Alten mit dem Namen Creta ſehr beruͤhmt. Sie wird nun zum Theile von den Tuͤrken bewohnt, deren ganzes Leben faſt nichts anders iſt, als ein immerwaͤhrender Muͤſſiggang. Reis eſſen, Waſſer trinken, Tabak ſchmauchen, Kaffee trinken, iſt alles, was der Muſelmann thut. Die geſchickteſten unter ihnen, deren Anzahl gar nicht groß iſt, beſchaͤf⸗ tigen ſich damit, daß ſie den Alkoran leſen, und die Jahrbuͤcher des Reiches durchblaͤttern. Dieſes gilt von allen Tuͤrken, durch alle Laͤnder, die ſie unter ihre Bothmaͤßigkeit gebracht haben.


