Der Palaſt des großen Konſtantin liegt ge⸗ gen Weſt an den Stadtmauern auf einer Anhoͤhe; kein Haus zu Konſtantinopel liegt ſo hoch, als dieſes. 3
Die Vorhalle wird von zehn großen und küuͤuſtli⸗ chen Saͤulen getragen; in dem Winkel derſelben trauert ein ausgetrockneter Brunnen; ein in der Mitte hervorragendes Haͤuschen gewaͤhrt die Ausſicht uͤber die ganze Stadt; es beſteht aus vergoldeten und quer angeſtrichenen Saͤulen. Groͤßere Steinmaſſen und andere Zierrathen wurden zu dem Baue der Moſcheen verwendet. An der Spitze der Mauer gegen Suͤd ſieht man in der Wand einen Betplatz, welcher ſechs Perſonen in ſich aufnehmen mag; die Enge dieſes Platzes zeigt an, daß dieſes vielleicht die Privat⸗Ka⸗ pelle fuͤr Konſtantin war.
Dieſer kaiſerliche Palaſt liegt nun zertruͤmmert zwiſchen Baͤumen von Epheu umſchlungen; die Wit⸗ terung, die Roheit der Barbaren und die Sorgloſig⸗ keit traͤgt alles bei, um dieſen Palaſt zu vernichten.
Bei dem Herabſteigen von der Anhoͤhe in den Arm des Euxinus ſieht man ein großes, vermauer⸗ tes Thor; hier ſoll die Graͤnze des Palaſtes Konſtan⸗ tins geweſen ſeyn; zur rechten Seite des Thores ſteht ein großer Engel aus weißem Marmor, zur Lin⸗ ken die Jungfrau Maria, wie ſie von dem Engel begruͤßt wird, in gleicher Groͤße.


