Teil eines Werkes 
2. Th., 1. Bdchn (1829)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

77

Moſchee von der koͤniglichen Pracht Soliman's. Auf einer Porphyr⸗Saͤule zeichnete ſich durch Pracht und Groͤße eine Bildſaͤule aus, welche von Konſtantin errichtet, und nach ſeinem Namen benannt iſt.

Nicht weit von der Sophien⸗Kirche ſteht eine alte, vom Kaiſer Juſtinian herrlich erbaute Kirche, welche die Tuͤrken in eine Moſchee verwandelten. Der Saͤulen⸗Gang gegen Weſt hat 5 Thuͤren aus Mar⸗ mor; in der Mitte des Gewoͤlbes iſt das juͤngſte Ge⸗ richt gemalt. Am Eingange gegen Oft erhebt ſich eine praͤchtige Kuppel, das ganze Gebaͤude iſt aus weißen gehauenen Steinen; die innern Waͤnde ſind durch ihre kuͤnſtliche Arbeit von Moſaik ausgezeichnet.

Zur linken Seite der Sophien⸗Kirche ſtehen, ungefaͤhr 20 Schritte entfernt, die Graͤber der Sultane, kleine Gebaͤude von runder Geſtalt aus weißem Marmor. Leichname in die Moſcheen zu be⸗ graben, iſt verboten. Zur Rechten ſtehen ſo viel leere Graͤber mit ſchwarzem Tuche bedeckt, als der Sultan Soͤhne hat; ſie ſind zum Unterſchiede von jenen der Frauen, welche auf der Linken liegen, mit einem Turban bedeckt. Beſtaͤndig wird bei dieſen Grabmaͤ⸗ lern gebetet, und zwar von Leuten, welche durch die reichen Stiftungen der Kaiſer dazu verbunden ſind.

Neben den Graͤbern der Kaiſer iſt eine dunkle Hoͤhle; ein ehemaliger Tempel wird jetzt zur Aufbe⸗ wahrung von Loͤwen, Luchſen, Tigern ꝛc. gebraucht.