Teil eines Werkes 
2. Th., 1. Bdchn (1829)
Entstehung
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fuͤhrte man ſie durch die Straßen der Stadt vor das Thor, an das Ufer des Meeres, wo ein Galgen ſtand. Man fragte hier den Juͤngling nochmal, wie ſchon im Gefaͤngniſſe oͤfters geſchehen war: ob er ſeine Religion verlaͤugnen und Muhametaner werden wollte? in wel⸗ chem Falle man ihm Ehren und Wuͤrden, und ſeine Geliebte zum ehelichen Weibe verſprach. Doch dieſe ſelbſt ermahnte ihn zur Standhaftigkeit in ſeinem Glau⸗ ben und das Aergſte zu dulden fuͤr ihre Liebe. Darauf ward alſo der Grieche lebendigen Leibes mittelſt eines eiſernen Hackens an den Galgen gehangen; das Weib aber wurde vor ſeinen Augen in den Wellen des Mee⸗ res erſaͤuft und ihr entſeelter Koͤrper ihren rachſuͤchti⸗ gen Verwandten ausgehaͤndigt. Der Juͤngling ſtarb am Galgen eiſt den dritten Tag, nachdem es einem ſeiner Freunde gelungen war, ihm in einem Schwam⸗ me mit Eſſig Gift beizubringen, um ſein namenloſes Leiden zu endigen.

Das Schickſal unſers Gefangenen war uͤberhaupt ſeit dem Aufenthalte zu Konſtantinopel, beſonders da jetzt die Sommerzeit zu beginnen anfing, etwas ertraͤg⸗ licher. Viele ſeiner Kammeraden verſuchten zu entflie⸗ hen; aber Heberer blieb ruhig und benuͤtzte dazu auch die guͤnſtigſten Gelegenheiten nicht Dadurch gewann er das Vertrauen ſeiner Waͤchter und wurde zu man⸗ cherlei Haus⸗Arbeiten bei den Vornehmſten der Kuͤr⸗ ken verwendet. Unter andern bei dem beruͤhmten Ochi⸗ ali, der durch die im J. 1572 unter Don Jan d⸗Au⸗