Teil eines Werkes 
2. Th., 1. Bdchn (1829)
Entstehung
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allein bald nachher ward den ungluͤcklichen eine andere ſchwere Arbeit zu Theil; ſie mußten Steine ſchneiden. Dieſes Geſchaͤft war ſo ermuͤdend, daß man ſie je zwei und zwei Stunden ruhen ließ. Dieſe Muße benuͤtzte Heberer dazu, ſich Struͤmpfe zu ſtricken, das er von einem Franzoſen gelernt hatte. Waͤhrend der Arbeit waren oft die Weiber der Dienerſchaft anweſend, wel⸗ che den Bau zu beſorgen hatten. Sie waren ohne Schleier, entbloͤst bis an die Bruſt und nur mit einem feinen Leinenkleide bedeckt. Um den Hals trugen ſie koſtbaren Schmuck. Sie redeten manchen der ungluͤck⸗ lichen Sklaven freundlich an, beſchenkten ſie mit Geld oder Speiſen und wurden ſo die Wohlthaͤterinnen der Bedraͤngten, wie edle Frauen uͤberall.

Zu erzaͤhlen iſt bei dieſer Gelegenheit, wie ſehr die Turken die Unzucht zu beſtrafen pflegen, beſonders zwi⸗ ſchen Tuͤrken und Chriſten. Eine junge tuͤrkiſche Witt⸗ we hatte ſich in einen griechiſchen Juͤngling verliebt und ihr heimlicher Umgang ward zuletzt durch die Frucht ihres Leibes verrathen. Der Vater der Wittwe, einer der Vornehmſten am Hofe des Kaiſers, ward hieruͤber ſo aufgebracht, daß er die beiden Verliebten einziehen und nach Rechten damit verfahren ließ. Nach we⸗ nigen Tagen wurden die Frau und der Juͤngling aus dem Gefaͤngniſſe gefuͤhrt, bis auf die Scham entklei⸗ det und auf einen Eſel ſo geſetzt, daß ſie den Rücken ſich zukehren mußten und der Juͤngling gegen den Schwauz des Thieres zu ſitzen kam. Auf dieſe Weiſe