Teil eines Werkes 
2. Th., 1. Bdchn (1829)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

23

Ankerziehen gegeben; zu gleicher Zeit mußten die Skla⸗ ven ihren Ruͤcken bis an den Guͤrtel entbloͤſen. Ein Waͤchter ging hin und her, diejenigen zu zuͤchtigen, welche fahrlaͤſſig in der Arbeit waren. Heberer, ſol⸗ cher harten Arbeit ungewohnt, war der erſte, der von ſeinen Peinigern geſchlagen wurde. O, wie ſeufzte hier auch der ſtandhafteſte Mann, mit welchem Strom von Thraͤnen gedachte er ſeines lieben, von ihm vielleicht auf ewig getrennten Vaterlandes! Erſt auf der ho⸗ hen See, als mit gutem Winde das Fahrzeug fortge⸗ trieben wurde, geſtattete man ihnen wieder, die elende Kleidung vollends anzuziehen; denn die Luft auf dem Waſſer iſt ſcharf und dem entbloͤſten Koͤrper ſchaͤdlich. Auch theilte man, als die Nacht zu ſinken begann, Nahrung aus. Dieſe beſtand aus Waſſer und Zwie⸗ back; beides wurde immer vier Maͤnnern zugemeſſen. Die beiden Mohren erhaſchten dabei das Beſte; He⸗ berer und ſein Freund mußten mit dem zufrieden ſeyn, was bereits die Maͤuſe oder Ratten angenagt hatten.

Nach fuͤnf Tagen landete das Schiff, welches eigent⸗ lich zum Zwecke hatte, einen Cadi aus Klein⸗Aſien uͤberzuſetzen, im Hafen zu Veneto. Von dort ſchiffte man aber ſogleich wieder fort, die Inſel Cypern vor⸗

uͤber, nach Syrien. Die Winde waren widriger ge⸗ worden, die Remmen mußten fleißig gezogen werden. Heberer ermattete dabei vor Durſt, und als er die⸗ ſen ſtillen wollte, ſtieß ihm ein mitgefangener Mohr