Teil eines Werkes 
2. Th., 1. Bdchn (1829)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

20

ber einen Schleier um das Haupt, und ein Duch vor dem Geſichte, in welches zwei Loͤcher geſchnitten ſind, jedes in der Groͤße eines Auges. Die Geſichts farbe beiderlei Geſchlechtes iſt braungelb; ihre Zuͤge ſind nicht gar angenehm⸗ Im Genuſſe der Liebes⸗Triebe ſind ſie ſehr ausſchweifend: denn jeder Mann hat ſo viele Weiber, als er ernaͤhren kann. Sie kaufen die⸗ ſelben meiſtens um Geld.

Am Tage erreichten die Gefangenen Kahiro⸗ wo ſie Nachts wieder wohl verſperrt wurden. Am andern Morgen fuͤhrte man ſie nach dem Schloſſe, das in der Mitte der Stadt auf einem Berge lag. Ehe ſie in den Vorhof kamen, ſahen ſie mehrere Thore von Eiſen, und einen langen, finſteren Felſengang. Im Hofe, deſſen Ende mit ſchoͤnen Wohngebaͤuden umgeben waren, ſpatzirten allerlei Thiere umher: Strauße, ſeltſame Huͤhner, und unbekannte vierfuͤßige Thiere. Die Gefangenen wurden nach dem Mittage zum Paſcha gefuͤhrt, dieſer fragte nach ihren Namen, Kunſt und Gewerbe, und ließ alle Angaben fleißig aufzeichnen. Nachher kamen viele aus dem Hausge⸗ ſinde zu ihnen, betaſteten das Innere ihrer Haͤnde, und fragten ſie, ob ſie nicht Tuͤrken werden wollten; nur dadurch koͤnnten ſie ſich goldene Tage verſprechen. Zwei Franzoſen ſind dieſer Einladung wirklich gefolgt; die uͤbrigen wurden wieder in ihr Gefaͤngniß zuruͤck gefuͤhrt, und hierauf einige Zeit zum Schiffbau ver⸗ wendet, nachhin aber zur Abbrechung einer alten